gestrandet: Alptraum, jeden Investors. Beim Bauen ist Klimaneutralität ein Muss jeder zukunftssicheren Investition.

Klimaneutrale Projekte realisieren: Bauruinen vermeiden

Auf ein Wort

Vermögenswerte können binnen kurzer Zeit ihren Wert verlieren. Sie stranden. Im Wortsinn erlebt haben wir das in Deutschland zuletzt noch in diesem Sommer im Rheinland und in Rheinland-Pfalz, als anhaltender Starkregen weiträumige Überflutungen mit etlichen Toten auslöste. Viele verloren ihre Wohnungen, zahlreiche Betriebe und Gebäude wurden vernichtet. Tatsächlich vergeht kaum noch eine Woche, in der uns ähnliche Nachrichten auch aus anderen Teilen der Welt erreichen. Die Folgen des Klimawandels haben globale Dimensionen angenommen.

Doch nicht nur Sturm, Feuer, Erdbeben, Vulkanausbrüche oder anderen Naturkatastrophen vernichten Vermögenswerte. In der Summe noch weitaus dramatischer könnten sich unternehmerische (Fehl)entscheidungen auswirken, notwendige Konsequenzen aus dem Klimawandel zu verdrängen, zu vertagen oder allenfalls mit geringst möglichem Aufwand und Einsatz umzusetzen.

Der deutsche wie der europäische Gesetzgeber lassen keinen Zweifel daran, dass sie der verheerenden Wirkung der Erderwärmung und der Treibhausgasemissionen entschlossen und mit Tempo begegnen wollen. Die schon beschlossenen und noch im Gesetzgebungsverfahren befindlichen neuen regulativen Bestimmungen reichen von der Herstellung der Baumaterialien über die Neubestimmung ihrer Umweltverträglichkeit bis hin zur Nutzung und den Betrieb von Gebäuden. Sie erfassen damit mehr und mehr sämtliche Phasen im Lebenszyklus unserer Wohnungen und Betriebe.

Ganz auf dieser Linie liegt die Bepreisung des Kohlendioxyd-Ausstosses von Gebäuden und des Verkehrs. In Deutschland ist zu Jahresbeginn der nationale Zertifikatehandel in Kraft getreten. Für klimaschädliche fossile Brennstoffe werden demnach pro Tonne CO2-Ausstoß – in einem ersten Schritt! – 25 Euro fällig. Im Mietensektor müssen Mieter die Zusatzkosten tragen. Die Folgen für den Wohnungs- und Baumarkt sind offensichtlich: ökologisch bestimmte Nebenkosten gewinnen schlagartig an Gewicht für die Vermarktung.

Nachhaltig und klimaneutral bauen

Eine besondere Schwierigkeit, heute Investitionsentscheidungen zu treffen, liegt darin begründet, dass mit jeder neuen regionalen Katastrophe der Ruf nach mehr und besserem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen lauter und entschlossener wird. Die politischen Akteure – Parteien, Verbände, Parlamente  und Regierungen – vollziehen diesen Bewußtseinswandel in atemberaubender Geschwindigkeit nach. Hinsichtlich ihrer praktischen Auswirkungen können wir diese gesellschaftliche Entwicklung nur schwerlich ÜBERschätzen.

Soviel ist jedenfalls klar: Ob unsere Investitionsvorhaben und Bauprojekte tatsächlich Zukunft haben, wird wesentlich davon abhängen, ob sie den globalen Anforderungen auch in den kommenden Jahrzehnten noch gerecht werden.

Projekte in der heutigen Zeit zu planen und umzusetzen bedeutet: Zukunft aktiv gestalten und Immobilienvermögenswerte schaffen. Alle Investitionen, die nicht die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimaneutralität erfüllen, werden zu Investitionsruinen und damit Stranded Assets.

Erftstadt, im Februar 2022

Ihr

Bernhard Schoofs

 

 

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Gestranded.  Der Alptraum eines jeden Investors…   

Foto: Peter Klocka, AdobeStock

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